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Business Process Management und Enterprise Service Bus, Konkurrenz oder gute Freunde? (Teil 1)

By Philipp Schnürer on We, Sep/11/2013 : 08:49

Eine Frage, die mir immer wieder im Zusammenhang mit Business Process Management (BPM) gestellt wird, ist „Wäre es vielleicht sinnvoller für die Umsetzung direkt einen Enterprise Service Bus einzusetzen?“ Allgemein scheint die Meinung weit verbreitet zu sein, dass man sich entweder für ein Business Process Management System (BPMS) oder einen Enterprise Service Bus (ESB) entscheiden müsste.
Es ist wahr, dass sich grundsätzlich viele der Funktionalitäten des ESB auch für Geschäftsprozesse anwenden lassen. Doch schaut man etwas näher hin bemerkt man, dass die beiden Ansätze sich nicht gegenseitig ausschließen. Viel mehr ergänzen sie sich sogar. Aus diesem Grund lohnt sich bei vielen BPM-Projekten die Kombination mit einem ESB.

Auf den ersten Blick scheinen die Ansätze von BPM und ESB nicht so verschieden zu sein. In gewisser Weise geht es in beiden Ansätzen darum, verschiedene Geschäftspraktiken zu vereinfachen.

Kommunikation Maschine - Maschine mit einem ESB

Im ESB kommen sogenannte Services zum Einsatz. Dabei handelt es sich um lose gekoppelte Software-Komponenten, die zunächst voneinander unabhängig sind. Diese übermitteln Nachrichten zwischen Systemen, also von Anwendung zu Anwendung. Die Vermittlung läuft dabei oft über sogenannte „Queues“ (zu Deutsch Warteschlangen) statt. Dabei gibt, im einfachsten Fall, ein Service die Nachricht auf der Queue ab und ein anderer holt sie sich und sendet sie weiter an ihren Bestimmungsort.

© Spectral-Design - Fotolia.com
Damit können das sendende und das empfangende System unabhängig voneinander agieren. Die Nachrichten können auch auf der Queue abgelegt werden, wenn das empfangende System nicht verfügbar ist und verbleiben dort, bis sie abgeholt werden.

Der Faktor Mensch im BPM

Geschäftsprozesse beschreiben Vorgänge, die mitunter auch menschliche Vorgänge beinhalten. Beispielsweise würde ein Urlaubsantragsprozess vom Ausfüllen des Antrags bis hin zur Genehmigung oder Ablehnung des Antrages gehen. Auch wenn der gesamte Prozess nicht mehr auf dem Papier, sondern computerbasiert passiert, sind Menschen aktiv daran beteiligt. Die Vorgänge hängen somit nicht nur – wie beim ESB – von technischen Faktoren ab, sondern werden zugleich von den Anwendern aktiv mitgestaltet.


Im Business Process Management lässt sich somit auch die Kommunikation Mensch – Maschine abbilden, was im ESB nicht möglich ist. Eine Process Engine oder BPMS kann durch die Prozesse leiten und die einzelnen Schritte den ausführenden Rollen zuordnen.

In der Praxis lassen sich die Kommunikationswege oft nicht vollständig voneinander trennen. Gerade bei komplexeren Prozessen lohnt es sich daher, über eine Kombination von BPM und ESB nachzudenken. Wie unterstützen ESB und BPM bei der Automatisierung von Prozessen? Welche Vorteile ergeben sich durch einen gemeinsamen Einsatz der beiden Systeme? Hierzu mehr in meinem nächsten Blogbeitrag. Bis dahin freue ich mich auf Ihre Erfahrungen, Anregungen und Fragen.


Tags: BPM, ESB

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Blog-Autor
Philipp Schnürer
Philipp Schnürer
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