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Filetransferlösungen auf Basis von IBM WebSphere MQ File Transfer Edition – Teil 2

By Frank Erbsen on Mo, Oct/12/2009

Meinen ersten Blogeintrag begann ich mit einem Crashkurs zu WebSphere MQ und schloss ich mit dem Fazit, dass ein Programm in Kombination mit einem Messagingsystem nahezu alle Anforderungen an eine moderne Filetransferlösung erfüllen könnte.

Eben diese Idee, nur zugegebenermaßen etwas früher, hatten auch einige IBM-Mitarbeiter. Das Programm, welches dabei entstand, nannten sie MQ FTE Agent um die enge Beziehung zu WebSphere MQ zu verdeutlichen.

Diese lässt sich mit den beiden zugegebenermaßen recht simplen Formeln erfassen:

WebSphere MQ FTE (Server-Version) = WebSphere MQ + MQ FTE Server Agent
WebSphere MQ FTE (Client-Version) = MQ FTE Client Agent

Alle WebSphere MQ FTE-Dateitransfers, werden über die WebSphere MQ
Messaginginfrastruktur abgewickelt. Der Agent ist eine javabasierte Anwendung, die in zwei Ausführungen verfügbar ist. Diese kann direkt über die Kommandozeile oder mittels einer grafischen Oberfläche angesteuert werden und dient der Einleitung von Dateitransfers. Eine indirekte Dateitransfereinleitung ist ebenfalls möglich. Hierzu platziert eine Fremdanwendung eine XML-Datei in einem spezifizierten XSD-Format in einer Queue, welche vom Agenten überwacht wird.

Alle Dateitransferinformationen werden an eine zentrale Log-Instanz versendet. Um Übersichtlichkeit und Flexibilität der WebSphere MQ FTE Dateitransfer-Lösung zu gewährleisten, existiert eine eindeutig definierte Basisarchitektur. Diese besteht aus drei Queue Manager-Typen.

    • Coordination Queue Manager
    • Command Queue Manager
    • Agent Queue Manager

Coordination Queue Manager
Innerhalb einer MQ FTE Architektur gibt es genau einen Coordination Queue Manager. An diesen sendet jeder MQ FTE Client / Server Agent Informationen über die von ihm versandte Datei. Sie können mittels Publish-Subscribe prinzipiell jeder Anwendung zur Verfügung gestellt werden.

Command Queue Manager
Jedem MQ FTE Server / Client Agent wird genau ein Command Queue Manager zugeordnet. Dieser empfängt Dateitransferbefehle der WebSphere MQ FTE-Kommandozeilentools oder des GUI-Explorer Plugins für den MQ-Explorer und leitet sie an das WebSphere MQ-Netz weiter.

Agent Queue Manager
Jedem MQ FTE Server / Client Agent wird genau ein Agent Queue Manager zugeordnet. Der Agent ist ein Prozess, der bestimmte Queues überwacht, welche zuvor mittels eines MQSC-Skriptes auf dem Agent Queue Manager erstellt wurden.

SYSTEM.FTE.COMMAND.<Agentenname>Enthält XSD-erfüllende XML-Dateien, welche Dateitransfers einleiten
SYSTEM.FTE.DATA.<Agentenname>Vom Agentenprozess genutzt Queues um die Dateitransfers abwickeln zu können
SYSTEM.FTE.REPLY.<Agentenname>
SYSTEM.FTE.STATE.<Agentenname>
SYSTEM.FTE.EVENT.<Agentenname>

Tab. 3 – Übersicht der Agent Queue Manager Queues

MQ FTE Client Agent / MQ FTE Server Agent
Nun ist noch der Unterschied zwischen MQ FTE Server Agent und MQ FTE Client Agent zu klären. Bei der Server-Version befinden sich Agent und Agent Queue Manager auf demselben System. Der Agent ist im Bindungsmodus mit dem Queue Manager verbunden. Anders verhält es sich bei der Clientversion. Hier befindet sich der Agent Queue Manager auf einem entfernt liegendem System. Der lokale Agent ist über einen Serverchannel mit dem entfernt liegenden Queue Manager verbunden. Grundsätzlich ist immer der MQ FTE Server Agent zu bevorzugen,
da dieser die Vorteile des MQ-Backbones besser ausnutzt.

Die MQ FTE Basisarchitektur garantiert besonders bei umfassenden Filetransferlösungen die Übersichtlichkeit. Zugleich können weniger umfassende Lösungen sehr schnell entwickelt werden.

Als Belege folgende zwei Beispiele:

1. WebSphere MQ FTE Minimalkonfiguration
Ein kleines Unternehmen möchte zwischen seiner Vertriebsstelle und seiner Produktionsstätte täglich Dateien verschicken (Auftragseingänge, Abholbescheinigungen, ...).




Abb. 4 – WebSphere MQ Minimalkonfiguration

Auf dem Computersystem Vertrieb wird lediglich ein MQ FTE Client Agent benötigt. Dieser trägt den Namen A_VERTRIEB und ist über den Serverchannel SVRCONN mit dem Queue Manager auf dem Computersystem Produktion verbunden.

Auf dem Computersystem Produktion wird eine MQ FTE Server Agent Installation benötigt. Dieser Agent wird hier beispielhaft A_PRODUKTION genannt. Zusätzlich muss WebSphere MQ V7 oder höher installiert sein. Dies ist erforderlich, da der Coordination Queue Manager die Pub-Sub Funktion nutzt, welche erst ab Version 7 verfügbar ist. Es ist ausreichend einen Queue Manager anzulegen. Dieser übernimmt neben der Funktion des Agent Queue Managers und des Command Queue Managers der beiden Agenten A_PRODUKTION und A_VERTRIEB auch die Funktion des Coordination Queue Managers. Dateien werden zwischen den beiden Systemen über den Serverchannel mit den Namen SVRCONN transferiert.
    2. Erweitertes WebSphere MQ FTE Szenario
    Häufig wird die Zahl der potentiellen Sender und Empfänger größer als zwei sein. Um bei sehr großen Teilnehmerzahlen den Überblick behalten zu können bietet die MQ FTE-Architektur prinzipiell zwei Hierarchiestufen. Teilnehmer mit hohem Sende-und Empfangsaufkommen werden mit WebSphere MQ und einem MQ FTE Server Agent ausgestattet, welcher sich mit einem lokal angelegten Queue Manager verbindet und Dateien über Sender- und Receiverchannel beziehungsweise Clusterchannel erhält, beziehungsweise versendet. Teilnehmer mit niedrigem Sende- und Empfangsaufkommen werden mit dem MQ FTE Client Agent ausgestattet, welcher sich mit einem entfernt liegendem Queue Manager verbindet und Dateien über einen Serverchannel empfängt beziehungsweise sendet.

    Ein größeres Unternehmen unterhält die Hauptniederlassung in Berlin und Zweigniederlassungen in Tokio sowie New York. Zusätzlich dazu verfügt das Unternehmen über ein dichtes Filialnetz in Japan, USA und Deutschland. Ziel ist es alle gewonnenen Aufträge zentral zu erfassen um Geschäftszahlen einzelner Filialen besser vergleichen zu können.



    Abb.5 - Erweitertes WebSphere MQ FTE Szenario

    Auf dem Computersystem Filiale1 USA wird lediglich ein MQ FTE Client Agent installiert. Alle MQ FTE Client Agents der Filialen in den USA werden über einen Serverchannel mit dem Queue Manager auf dem Computersystem Zweigniederlassung USA verbunden.

    Die beiden Computersysteme Zweigniederlassung USA und Zweigniederlassung Japan weisen eine identische Konfiguration auf. Es wird eine WebSphere MQ Installation in der Version 6 oder höher benötigt um einen Queue Manager anzulegen. Dieser übernimmt die Rolle des Agent- und Command Queue Managers für die MQ FTE Client Agents der zugeordneten Filialen und den lokal installierten MQ FTE Server Agent. Um die Dateitransferinformationen an den Coordination Queue Manager schicken zu können, muss zu diesem ein Sender- und Receiverchannel eingerichtet werden. Er befindet sich auf dem Computersystem Zentrale Deutschland und dient zugleich dem MQ FTE Server Agent A_ZENTRALE als Command und Agent Queue Manager.

    4 Kommentare

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